Alle meine Bilder sind manipuliert!

Nach der digitalen Revolution haben sich phantastische Möglichkeiten eröffnet. Wir haben die Dunkelkammer mit all ihren Möglichkeiten zurück erhalten. Seit vielen Jahren gibt es eine Diskussion im Umfeld der Naturfotografen über die Grenzen, was man mit einen Bild im Photoshop machen kann und was man als Fotograf tun sollte, vor und während man das Bild aufnimmt. Selber wähle ich keine so klaren Grenzen zu setzen.

Es ist größtenteils nicht akzeptiert, den Inhalt des Bildes wesentlich zu verändern. Viele deuten das dahingehend, dass man Dinge nicht entfernen, verrücken oder hinzufügen darf. Aber was ist, wenn man zwei Belichtungen desselben Motivs im Photoshop übereinander legt und dadurch einen größeren Kontrastumfang erreicht als die Kamera schaffen könnte? Da ist ja etwas hinzugefügt...

Ich fotografiere im Rohformat und behandle jedes einzelne Bild in meiner digitalen Dunkelkammer. Ich entferne Staub, verändere den Kontrast, verändere den Farbausgleich, mildere die Schatten, ahme einen Polfilter durch eine gesteigerte Farbsättigung nach und ich ahme abgetönte Graufilter nach durch Doppelbelichtung des Himmels und späteres Einfügen in das Bild. Eine grobe Manipulation in sich selbst ist, dass ich mehrere Bilder zusammensetze zu einen Panorama.

Es stimmt nicht, dass man sich gute Bilder „kaufen“ kann, weil man gut im Photoshop ist. Die Wahl von Komposition und Ausschnitt muss man als guter Fotograf selber treffen. Es hilft nichts, wenn man mit schlechten Bildern nach Hause zu seinem Computer kommt. „Mist rein ist gleich Mist raus“ heißt es. Es ist von der ersten Stunde an ausschlaggebend, Kontrolle zu haben über das Sichtbare und das Technische.

Um nicht bei jeder einzelnen Definition in Konflikt mit diesen Grenzen zu kommen, sage ich gleich, dass alle meine Bilder manipuliert sind. Somit kann jeder für sich selber bestimmen, wo er die Grenzen seiner Ethik platzieren möchte. Denjenigen, der mir glauben möchte, kann ich sagen, dass ich niemanden hinter das Licht führe. Meine Bilder lügen nicht, ich war da und so sah das aus! Ich füge keine weiteren Vögel hinzu und drehe den Elch nicht in die andere Richtung.

Ich betreibe gutes altes Dunkelkammerhandwerk mit heutiger Technologie

Mit freundlichen Grüssen
Lars Andreas Dybvik

 

Dieses ist ein Bild auf den Weg nach unten zum Geiranger. Oben sehen Sie das Original direkt im Rohformat. Hier sind alle Daten gespeichert, auch die, die man nicht haben möchte. Durch die Weiterverarbeitung in der digitalen Dunkelkammer kann man ein Bild herstellen, das mehr dem entspricht, was man gesehen hat und was man vermitteln möchte. Dieses Beispiel ist nicht sehr anspruchsvoll. Hier ist im Allgemeinen der Kontrast gesteigert und der Farbausgleich verändert. Zusätzlich ist der Vordergrund durch wärmere Töne hervorgehoben gegenüber dem Hintergrund in betont kalten Farben. Das verstärkt die Tiefenwirkung.

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Dieses Bild zeigt Snota in Trollheimen. Fotografiert an einem Herbsttag im Sonnenaufgang. Oben sehen Sie das Ergebnis im Rohformat. Unten ist die Version, mit welcher ein wenig im Computer gezaubert wurde. Dieses ist ein anspruchsvolleres Beispiel als das vorherige Bild vom Geiranger. Hier ist dasselbe gemacht worden, aber zusätzlich sind die Schatten im Wald beträchtlich aufgehellt, der Himmel ist gedämpft, Berg und Spiegelung haben ihr ursprüngliches Sonnenglühen wiederbekommen. Des Weiteren habe ich mir die Freiheit genommen, den Stein und das Schilf im Vordergrund noch ein wenig extra aufzuhellen, um die Komposition auszugleichen. Unten sehen Sie das fertige Bild.

 

 


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